Hvem er eller var den største Teoretiker?

Q18931911

Theoretiker

Eine Theorie ist im umgangssprachlichen Gebrauch eine durch spekulatives Denken oder eine durch Interpretation von Sachverhalten oder von Aussagen gewonnene Erkenntnis. Häufig bildet sie im Ergebnis ein geordnetes System von Grundsätzen bzw. Hypothesen, aus denen sich weitere Erkenntnisse ableiten lassen. Dies entspricht auch dem traditionellen Aristotelischen Verständnis von Theorie als einer dem Geist wesentlich zukommenden Tätigkeit des Anschauens einzelner Bereiche der Wirklichkeit um ihrer selbst willen, als Betrachtung ohne Zweckdienlichkeit. Oft meint Theorie auch das Ergebnis dieser Tätigkeit. Während jede Theorie zunächst als subjektive Theorie hervortritt, erlangen etablierte (objektive) Theorien das Stadium einer Lehre oder Doktrin.

In diesem umgangssprachlichen Gebrauch bildet der Begriff den Gegensatz zur Praxis. Die Frage, in welcher Abhängigkeit Theorie und Praxis zueinander stehen, bleibt davon unberührt und ist eigener Gegenstand philosophischer Reflexion.

Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch ist Theorie ein System begründeter Aussagen und Gesetze, das geeignet ist, eine große Zahl an sinnlich wahrnehmbaren Phänomenen nach (objektiv erkannten) Regelmäßigkeiten zu klassifizieren, im Idealfall diese Regelmäßigkeit auch zu erklären und Prognosen über zukünftige Ereignisse zu erstellen. Die Frage nach dem Geltungsbereich und der Bestätigung, Falsifikation oder Verifikation von Theorien und die Frage, wie eine wissenschaftliche Theorie allgemein beschaffen sein muss, um für derartige Klassifizierungen bzw. für derartige Erklärungsleistungen dienlich zu sein, werden in der Wissenschaftstheorie behandelt. Die Antworten dazu bieten vielfältigste Gestaltungen und Positionen.

Viele bekannte Beispiele für Theorien stammen aus den sogenannten exakten oder mathematischen Wissenschaften, etwa die Relativitätstheorie, die Wahrscheinlichkeitstheorie oder die Komplexitätstheorie. Mathematische Fachdisziplinen führen auch seit dem 19. Jahrhundert eigene Theoriedebatten, etwa beim Theoriengebäude der Physik oder über die Frage des mathematischen Konstruktivismus. Aus nichtmathematischen Gebieten kommen vielfach Theorien, die noch größere Beachtung gefunden haben: die Evolutionstheorie, die Psychoanalyse, Lerntheorien, oder Theorien der empirischen Sozialforschung.

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